Mon Tour du Mont Blanc

Gewitter

Wie man sich im Fall von Gewittern schützt

normal-fulmini-sul-monte-nese-seriate_111_l.jpg

Gewitter sind meteorologische Phänomene, die sehr oft in den Bergen auftreten, vor allem im Sommer und an warmen Tagen. Einige Gewittertypen bilden sich sehr, schnell auch wenn der Himmel anfangs klar erscheint.

Beim Herannahen eines Phänomens dieser Art, sollten Sie sich von allen Anhöhen, Graten und Wasserläufen entfernen, suchen Sie keinen Schutz in Rinnen oder Felskaminen, entfernen Sie sich von einzeln stehenden Bäumen und von allem, was in die Höhe ragt (Leitungsmasten, Pfähle, isolierte, besonders hohe  Massen...). Steigen Sie talwärts und suchen Sie einen trockenen Unterschlupf.

Werden Sie von einem Gewitter überrascht und sind Sie in einer Gruppe unterwegs, gehen Sie in einem Abstand von ungefähr zehn Metern voneinander entfernt weiter (gehen Sie nicht Hand in Hand weiter) und suchen Sie einen Unterschlupf. Isolieren Sie sich mit dem Rucksack, dem Seil oder irgend einem anderen Gegenstand, der ein schlechter Leiter ist, vom Boden und befreien Sie sich von allen metallischen Gegenständen; zünden Sie kein Feuer an (es könnte eine elektrische Entladung anziehen) und warten Sie, bis das Gewitter vorbei ist: Die mittlere Dauer beträgt zirka eine Stunde.

Um das Risiko, von einem Blitz getroffen zu werden zu verringern, ist außer den oben beschriebenen Vorsichtsmaßnahmen noch Folgendes zu tun:

  • Beim Bergsteigerbüro immer Informationen bezüglich des Zustandes der Routen und der Wettervorhersagen einholen, wenn man das nicht schon zu Hause getan hat;
  • Bemerkt man Wolken, die sich bereits morgens vertikal entwickeln, ist es also leicht möglich, dass sich im Laufe des Tages Gewitter bilden; je höher der Dunst und der Eindruck von Schwüle in den Tälern ist, umso mehr erhöht sich diese Wahrscheinlichkeit noch zusätzlich;
  • Um den Abzug von bereits stattfindenden Gewittern vorherzusehen, muss man beobachten, in welche Richtung sich der höchste Punkt des Kumulonimbus  ausrichtet (typische ambossförmige Wolke);
  • Nachts kann man den Schein der Blitze dutzende Kilometer weit entfernt erkennen, während, wenn man den Donner hört, sich das Gewitter einige Kilometer von uns entfernt befindet: Eine Verzögerung von 10 Sekunden zwischen dem Blitz und dem Donner bedeutet, dass Sie sich in einer Entfernung von zirka 3 Kilometern vom Gewitter befinden (gerechnet die Anzahl der Sekunden x 340 m);
  • Denken Sie daran, dass die mittlere Dauer eines Gewitters zirka 1 Stunde beträgt und dass die intensivste Phase kaum eine halbe Stunde überschreitet: Suchen Sie also bei den ersten Anzeichen eines Gewitters einen Unterschlupf (zum Beispiel im Inneren von Grotten, nicht am Eingang) und warten Sie, bis sich die Phänomene  abschwächen;
  • Halten Sie sich nicht in der Nähe von Wildbächen auf: Diese schwellen rasch an und können zu einer Gefahr werden;
  • Ein Blitz kann nicht nur gefährlich sein, wenn er direkt einschlägt, sondern auch durch den „Schrittstrom": Der Blitzstrom bleibt an der Bodenoberfläche und verringert die Intensität mit der Entfernung vom Einschlagpunkt, folglich ist es sichtig, den Boden nur an einem Punkt zu berühren, zum Beispiel hüpfend oder zusammengekauert mit geschlossenen Beinen (der Spannungsunterschied  zwischen dem Boden unter einem Fuß und dem anderen kann gefährlich sein), legen Sie sich nicht hin oder lehnen Sie sich nicht an Felsen an;
  • Bereits der auch von einem sehr kleinen Blitz entwickelte Strom kann ausreichen, um zu einem Atem- oder Herzstillstillstand, zu Verbrennungen der Haut und zu ungewollten Muskelkontraktionen zu führen, die unkontrollierte heftige Bewegungen auslösen oder sogar Knochenbrüche  verursachen können. Blitze mit höherer Spannung führen im Allgemeinen zum Tod.
Vom Blitz getroffene Personen sind nicht elektrisch aufgeladen und man riskiert daher nichts, wenn man ihnen Erste Hilfe leistet. 80% der Personen, die Opfer eines Blitzschlags geworden sind, überleben: Mund-zu-Mund-Beatmung und Herzmassage können Leben retten!